Pilzparadies Bayerischer Wald

  • Naturwald mit stehendem Totholz
    Naturwald mit stehendem Totholz
Land: Deutschland, Bayerischer Wald
Termin: 20.08.2024 bis 24.08.2024 (5 Reisetage)
Reiseleitung: → Dr. Rita und Frank Lüder
Teilnehmende: min. 8, max. 12
Reiseveranstalter: NABU|naturgucker-Reisen
 
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Für Pilzbegeisterte und solche, die es werden möchten, ist der Naturpark Bayerischer Wald ein besonders lohnendes Ziel: Über 2 000 Arten aus dieser Organismengruppe sind dort sicher nachgewiesen, von einigen weiteren hundert Arten wird ausgegangen. Der benachbarte Nationalpark wurde 1970 als erster in Deutschland ausgewiesen und ist mit über 13 700 Arten ein Hotspot der Biodiversität. Zusammen mit dem Nachbar-Nationalpark Šumava in Tschechien bildet er das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Mitteleuropas. Einen Überblick zur Pilz-Artenvielfalt im gesamten Böhmerwald gibt die Website → Pilze ohne Grenzen.

Je nach Höhenlage und Niederschlägen dominieren im Naturpark Bergfichtenwälder, Bergmischwälder und Aufichtenwälder. Unterbrochen werden sie von Hochmooren, ehemaligen Waldweiden (sogenannten Schachten) und Blockfeldern mit wieder jeweils eigener Artenvielfalt. 

Die Exkursionsgebiete der Pilzreise liegen direkt in der Nähe des deutschen Nationalparks und sie werden auch nach dem Leitsatz „Natur Natur sein lassen“ bewirtschaftet. Es sind bemerkenswerte Lebensräume mit zahlreichen seltenen Arten von Pilzen, Pflanzen und Tieren. Erkunden werden wir diese urwüchsige Landschaft auf ausführlichen Exkursionen, die zumeist nach dem Frühstück beginnen und bis zum Nachmittag dauern werden. An besonders schönen Stellen picknicken wir unterwegs. Unsere täglichen Funde besprechen und bestimmen wir gemeinsam in der Unterkunft, wofür wir auch Binokulare zu Hilfe nehmen.

Zur Reisezeit wechseln wir vom Sommer in den Herbst – die ideale Zeit, um möglichst viele verschiedene Pilzarten zu entdecken, ob nun mit großen, auffälligen oder eher unscheinbaren Fruchtkörpern. So schulen wir unser Auge für nachfolgende Exkursionen ohne fachliche Begleitung und Führung. Kann es im August im Naturpark Bayerischer Wald noch Durchschnittstemperaturen von bis zu 17 °C geben, sind es im September 10 °C. Der Herbst wird bereits spürbar sein.

Spiegelau ist unser Standortquartier und bietet eine sehenswerte Natur mit eindrucksvoller Waldvegetation. Wir werden bei jedem Ausflug einige Exemplare der gefundenen Pilzarten mitnehmen und gemeinsam als Ausstellung zur eigenen Nachbestimmung und Vertiefung der Merkmale auslegen.

Bei dieser Reise beschäftigen wir uns vor allem mit den Arten und Inhalten der → Online-Schulung der NABU|naturgucker-Akademie, d. h. wir widmen uns der Funktion der Pilze im Ökosystem und ihrer Lebensweise. Pilze sind in allen Biotopen zu finden und vernetzen zahlreiche Organismengruppen. Es ist wünschenswert, sie bei Umweltgutachten, Forschungsprojekten im Naturbereich etc. stärker mit einzubeziehen. Aus diesem Grund ist die Kartierung ihrer Funddaten von Bedeutung. Unsere Funde fließen durch die Kartierung über → NABU-naturgucker.de dort ein und werden außerdem dem Nationalpark zur Verfügung gestellt.

Wir kartieren, was sich makroskopisch bestimmen lässt. Darüber hinaus werden wir Binokulare dabei haben, um einfache Strukturen in der Schönheit der Pilze anzuschauen – dies ist allerdings keine mikroskopische Bestimmung. Diese Seminarreise richtet sich hauptsächlich an Interessent*innen, die einen Einstieg in die Bestimmung von Lamellenpilzen und Porlingen finden möchten.

Programm

1. Tag: Spiegelau

Treffpunkt nach einer individuellen Anreise ist um 15 Uhr in Spiegelau. Nachmittags erste Exkursion vom Hotel aus.

2. bis 4. Tag: Spiegelau

Während dieser drei Tage unternehmen wir jeweils Tagesexkursionen im Naturpark Bayerischer Wald. Wir werden mit einer Picknickpause bis zum Nachmittag unterwegs sein. Zurück in unserer Unterkunft besteht die Möglichkeit, sich weitergehend mit den gefundenen Arten zu beschäftigen. Um zu den Ausgangspunkten der Tagestouren zu gelangen, nutzen wir stets einen Bus.

Guglöd ist eine kleine Enklave des Nationalparks. Unsere Wanderung rund um Guglöd führt uns durch wunderschöne Extensivwiesen mit interessanten Waldrändern, durchzogen von Bächen und Feldhecken. Aufgrund der verschiedenen Lebensräume ist mit einer großen Artenvielfalt zu rechnen. 

Unser nächstes Exkursionsgebiet „Einberg“ liegt bei Rosenau. Dort gibt es einen alten Bauernwald mit Buche, Fichte, Kiefer und Tanne. Typisch für diesen Lebensraum sind seltene Mykorrhizapilze stickstoffarmer, traditionsreicher Habitate wie → Korkstachelinge (Gattung Hydnellum) und → Schafporlinge (Gattung Albatrellus).

An einem Tag wandern wir durch die Steinbachklamm bei Spiegelau – eine idyllische Schlucht entlang der Großen Ohe, mit vielen Felsen voller Moosen, Flechten und Farnen. Im Waldgebiet etwas oberhalb der Klamm werden wir auf Pilzpirsch gehen.

5. Tag: Spiegelau – Plattling

Nach einer Exkursion zu Fuß in der näheren Umgebung von Spiegelau und einer letzten Fundbesprechung werden wir uns gegen Mittag verabschieden. Individuelle Rückreise.

Artimpressionen

Preise pro Person

Grundpreis im Doppelzimmer bei 8 – 9 Teilnehmenden : 1 230 €
Grundpreis im Doppelzimmer bei 10 – 11 Teilnehmenden: 1 062 €
Grundpreis im Doppelzimmer bei 12 – 13 Teilnehmenden: 990 €
Grundpreis im Doppelzimmer bei 14 – 16 Teilnehmenden: 940 €
Zuschlag für Einzelzimmer jeweils: 100
Nachlass bei Buchung der Reise ohne Unterkunft, aber mit Frühstück und Abendessen jeweils: 175

An-/Abreisemöglichkeiten

klimaschonende Bahnanreise (∅ Klimawirkung: je nach Anreise): Preis je nach Abreiseort
Pkw-Anreise (∅ Klimawirkung: je nach Anreise): Preis je nach Abreiseort

Nachlässe auf Grundpreis

Mitglieder des NABU: 3 %
Registrierte Nutzer*innen bei NABU-naturgucker.de: 3 %
Aktive Beobachter*innen (> 250 Beobachtungen) bei NABU-naturgucker.de: 4,5 %

Es kann pro Person jeweils nur einer der drei zuvor genannten Preisnachlässe in Anspruch genommen werden. Sie sind mit dem weiter oben genannten Preisnachlass bei Buchung der Reise ohne Unterkunft, aber mit Frühstück und Abendessen kombinierbar.

Leistungen

  • Hotelübernachtungen (wenn gebucht)
  • Halbpension
  • Alle Exkursionen und Transfers gemäß Programm mit Kleinbus
  • Eintritte laut Programm
  • Deutsche Reiseleitung ab/bis Spiegelau (2 Personen)
  • Reduktion des CO2-Fußabdruckes via → atmosfair gemäß → ökologischer Verpflichtungserklärung

Nicht eingeschlossene Leistungen

  • An-/Abreise nach/von Spiegelau
  • Übrige Mahlzeiten (vor Ort als Mittagspicknick)
  • Getränke
  • Trinkgelder
  • Persönliche Ausgaben

Hinweise

Die Mindestanzahl der Teilnehmenden muss bis 4 Wochen vor Reisebeginn erreicht sein.

Veranstalter dieser NABU|naturgucker-Reise ist die → NABU|naturgucker geG. Es gelten die folgenden → Reisebedingungen. Hier finden Sie die Angaben zum → Datenschutz.

Ihr Artenwissen vergrößern bei der NABU|naturgucker-Akademie
Lernthema Pilze 1 der NABU|naturgucker-Akademie

Die NABU|naturgucker-Akademie ist ein Online-Lernort für Naturbegeisterte mit vielfältigem Angebot. Dabei entscheiden Sie, wann und wie viel Sie lernen möchten. Sämtliche Inhalte stehen Ihnen kostenlos zur Verfügung.

Für alle, die gern ihr Wissen über Pilze ausbauen möchten, gibt es zwei umfangreiche Lernthemen: Pilze 1 und Pilze 2 – klicken Sie sich rein!

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Bildquellen:
Naturwald mit stehendem Totholz, Naturwald St. Oswald, Moos auf liegendem Totholz, Teilstück des Seelensteigs, Totholz säumt vielerorts den Seelensteig, Laub- und Nadelbäume entlang des Seelensteigs, Holzzersetzer-Pilze am Seelensteig: (c) Dr. Rita Lüder, Gebirgsbach: (c) Horst Schlüter/NABU-naturgucker.de, Maronenröhrling: (c) Verena Schnarr/NABU-naturgucker.de, Pfifferling (unbestimmt) und Gemeiner Steinpilz: (c) Günther Pitschi/NABU-naturgucker.de, Rote Waldameise: (c) Harald Bott/NABU-naturgucker.de, Rotrand-Porling und Schirmling: (c) Rolf Jantz/NABU-naturgucker.de, Großes Ochsenauge: (c) Sara Huppertz/NABU-naturgucker.de, Schmetterlings-Tramete: (c) Jörg Sedl/NABU-naturgucker.de
Zunderschwamm: (c) Sabine Frey/NABU-naturgucker.de, Schwarzhörniger Totengräber: (c) Torsten Hunger/NABU-naturgucker.de, Fliegenpilz: (c) Ulrich Köller/NABU-naturgucker.de, Striegeliger Schichtpilz: (c) Klaus Heß/NABU-naturgucker.de