Abruzzen: Höhepunkt der Orchideenblüte

  • Blick auf die Gemeinde Pacentro
    Blick auf die Gemeinde Pacentro
Land: Italien
Termin: 25.05.2024 bis 03.06.2024 (10 Reisetage)
Reiseleitung: → Reiner Merkel
Teilnehmende: min. 8, max. 12
Reiseveranstalter: NABU|naturgucker-Reisen
 
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Auf dieser Reise in die höchsten Gebiete des → Apennins bewegen wir uns überwiegend in Nationalparken. Rund ein Drittel der mittelitalienischen Region → Abruzzen steht unter Naturschutz. In der beeindruckenden Bergwelt mit Höhen bis zu 2 912 Metern gedeihen Tausende Pflanzen und leben zahlreiche Säugetiere wie die apenninische Gämse sowie besonders viele Vögel, Reptilien und Amphibien.

Eines der Schutzgebiete mit der größten Pflanzenvielfalt in Europa ist der → Nationalpark Gran Sasso und Monti della Laga mit 2 364 nachgewiesenen Arten. Der Übergang zwischen den biogeografischen Regionen Euro-Sibirien und Mittelmeer sowie die Fülle der Gesteine und Höhenlagen führen zu diesem außergewöhnlichen Artenreichtum. Er entspricht rund einem Fünftel der Flora in Europa und einem Drittel der Flora in Italien. 59 Orchideen-Taxa und 73 andere durch internationale Konventionen geschützte Pflanzenarten wachsen dort.

Mehr als die Hälfte des → Nationalparks Majella liegt auf Höhen über 2 000 Metern. Das Kalksteingebirge ist die südlichste alpine Region in Europa und mit rund 2 100 nachgewiesenen Pflanzenarten ebenfalls sehr artenreich. Von Buchenwäldern geprägt ist der 1923 eingerichtete → Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise. Uns erwartet in seinen Höhenlagen ebenfalls eine alpine Blütenpracht.

Auf allen Exkursionen begegnen uns zudem Zeugnisse vergangener Kulturen. Jäger und Sammler lebten in der Altsteinzeit im Majella-Gebirge. Ausgrabungsstätten und romanische Kirchen sind Teil unseres Reiseprogramms, dazu werden wir Bauten der Renaissance, Burgen und Schlösser sehen. Pittoreske Bergdörfer kennzeichnen die gesamte Region.

Aufgrund der Höhenunterschiede auf unserer Reise rechnen wir mit einer großen Spannbreite der Temperatur bis hin zu 20 °C bis 28 °C.

Kulinarisch erwarten uns regionale landwirtschaftliche Produkte, beispielsweise von Schaf und Ziege sowie Safran von den Hochebenen. Meeresfrüchte und Fisch gehören ebenfalls zur typischen Küche der Abruzzen.

Während der Reise 2023 konnten 71 verschiedene Orchideen-Taxa gefunden werden. Zusätzlich dazu ca. 25 Ophrys– und Orchis-Hybriden.

Programm

1. Tag: Anreise nach Rom

Anreise nach Rom. Je nach persönlicher Präferenz kann dies klimaschonend per Bahn oder per individueller Pkw-Anreise bzw. Flug erfolgen. Unser Treffpunkt ist der Flughafen Rom. Gemeinsamer Transfer zum Hotel in Roccaraso.

2. bis 9. Tag: Roccaraso

Von Roccaraso aus werden wir insgesamt acht ganztägige Tagesexkursionen unternehmen. Die Reihenfolge wird vor Ort dem Stand der Orchideenentwicklung und den Witterungsverhältnissen angepasst.

Wir fahren in die artenreiche Region um Forlì del Sannio, Vandra und Miranda zu interessanten Vorkommen u. a. von → Ophrys lacaitae, → Ophrys fusca subsp. lucana, Ophrys sphegodes subsp. molisana, Ophrys fuciflora subsp. pinguis, verschiedenen → Serapias-Arten und → Limodorum abortivum.

Exkursion in das Gran-Sasso-Gebiet zu Standorten beispielsweise von → Ophrys incubacea, → Ophrys araneola subsp. incantata, → Ophrys fuciflora subsp. dinarica und → Dactylorhiza sambucina. Unterwegs schauen wir uns die „Abruzzen-Juwelen“, die beiden romanischen Kirchen in Bominaco, an und lassen uns beeindrucken.

Eine Tagestour führt uns in die Region um Rionero, Pizzone und Alfedena. Dort besuchen wir reiche Fundorte mit Pflanzen wie → Anacamptis laxiflora, → Ophrys incubacea subsp. brutia, → Ophrys tetraloniae und → Himantoglossum adriaticum.

Während eines ausführlichen Tagesausflugs begeben wir uns zu den Bergwiesen am Valico di Monte Godi, dem höchsten Pass im Abruzzen-Nationalpark, wo vor allem Orchis pallens und Orchis spitzelii in guter Zahl zu finden sein sollten. Weiterfahrt über Scanno durch die Gole del Sagittario, eine enge Schlucht, in der der imposante → Zungen-Steinbrech (Saxifraga callosa) gedeiht, bis nach Ortona. Dort besuchen wir Fundorte mit Pflanzen wie Ophrys fuciflora subsp. gracilis, Ophrys tetraloniae und eventuell Platanthera algeriensis.

Wir gehen auf eine leichte Wanderung im Abruzzen-Park Riserva naturale La Camosciara und begeben uns auf die Suche nach → Cypripedium calceolus, → Corallorhiza trifida und vielleicht schon aufgeblühten → Dactylorhiza saccifera. Auf der Rückfahrt gibt es nachmittags bei Barrea und Alfedena diverse Orchideen-Vorkommen mit ca. 25 bis 30 verschiedenen Arten wie → Dactylorhiza incarnata, → Ophrys aranifera und → Neotinea tridentata u.v.m.

Eine große Exkursion führt uns in den Süden zum Passo Cervaro. Dort suchen wir einige sehr interessante Fundorte auf, die u. a. → Anacamptis fragrans, → Limodorum abortivum, → Ophrys apifera, Ophrys fuciflora subsp. appeninna, → Ophrys bertolonii subsp. bertoloniformis sowie Ophrys lacaitae und → Orchis pauciflora für uns bereithalten. In Cervaro werden wir uns das Wallfahrtsheiligtum Santa Maria de’ Piternis anschauen. 

Die ausgedehnte Fahrt bringt uns in das Majella-Gebiet zu Standorten von Pflanzen wie → Anacamptis papilionacea, eventuell auch → Coeloglossum viride, → Neotinea maculata, Ophrys fuciflora subsp. gracilis und → Ophrys promontorii. Falls es die Zeit zulässt, werden wir in Sant‘Eufemia eine typische Abruzzen-Käserei besuchen.

Eine Tagestour führt uns in das Gebiet um Palena und zur römischen Ausgrabungsstätte Iuvanum Parco e Museo Archeologico. Dort botanisieren wir zwischen den Ruinen, wo zum Beispiel → Ophrys bertolonii subsp. romolini, → Ophrys passionis subsp. majellensis, → Himantoglossum adriaticum und Platanthera bifolia subsp. osca gefunden werden können.

10. Tag: Rückreise ab Roccaraso

Gemeinsamer Transfer von Roccaraso zum Flughafen Rom und individuelle Rückreise.

Artimpressionen

Preise pro Person

Grundpreis im Doppelzimmer: 1 950 €
Zuschlag für Einzelzimmer: 290 €

An-/Abreisemöglichkeiten

klimaschonende Bahnanreise (∅ Klimawirkung: 80 kg CO2): ab etwa 185 €
Flug (unverbindlich) (∅ Klimawirkung: 597 kg CO2): ab etwa 300 €
Pkw-Anreise (∅ Klimawirkung: 126  kg CO2)

Nachlässe auf Grundpreis

Mitglieder des NABU: 3 %
Registrierte Nutzer*innen bei NABU-naturgucker.de: 3 %
Aktive Beobachter*innen (> 250 Beobachtungen) bei NABU-naturgucker.de: 4,5 %

(Es kann pro Person jeweils nur ein Preisnachlass in Anspruch genommen werden.)

Leistungen

Nicht eingeschlossene Leistungen

  • An-/Abreise nach/von Rom
  • Übrige Mahlzeiten (vor Ort als Mittagspicknick)
  • Getränke
  • Trinkgelder
  • Persönliche Ausgaben

Hinweise

Die Mindestanzahl der Teilnehmenden muss bis 4 Wochen vor Reisebeginn erreicht sein.

Veranstalter dieser NABU|naturgucker-Reise ist die → NABU|naturgucker geG. Es gelten die folgenden → Reisebedingungen. Hier finden Sie die Angaben zum → Datenschutz.

Bildquellen:
Lacaitas Ragwurz, Majella-Ragwurz, Ophrys holoserica subsp. apennina, Ophrys holoserica subsp. molisana, Ophrys holoserica subsp. pinguis, Ophrys incubacea subsp. brutia: (c) Reiner Merkel, Blick auf die Gemeinde Pacentro, fotografierender Reisender, Echte Pfingstrose, Blick auf den Campo imperatore, Holunder-Fingerwurz mit Fotograf, Fundort Holunder-Fingerwurz, Gewässer in der Reserva naturale La Camosciara, Adria-Riemenzunge, Gewöhnliche Bertolonis Ragwurz, Hummel-Ragwurz mit Östlichem Gesprenkeltem Weißling, Sackspornige Fingerwurz, Stengelloser Silikat-Enzian, Vorgebirgs-Ragwurz: (c) Stefan Munzinger/NABU-naturgucker.de